Besser einen guten Raum als ein gutes Mikrofon!

Verschiedene Behringer-Mikrofone zur Auswahl

 

Viele Hobby- oder semiprofessionelle Produzenten träumen davon, einmal ein richtig gutes Mikrofon zu besitzen. Ein Neumann - und schon werden die Augen feucht. Oder einen teuren Vorverstärker. Ein Neve oder Universal Audio. Erfreulicher Weise gibt es ja inzwischen gerade von Neumann viele Modelle und adaptierte Neuauflagen der alten Klassiker zu einem recht erschwinglichen Preis zwischen 800€ bis 1.500€. Das ist aber immer noch viel Geld! Umso stolzer wird der Erwerb eines solchen Mikrofons dann auch kundgetan ;-)

 

Aber warum ist das so?

Was versprechen wir uns eigentlich vom Kauf eines "guten" (= teuren) Mikrofons? Unsere Aufnahmen sollen "besser" klingen. Professioneller. So, wie wir sie von kommerziellen Produktionen her kennen. Natürlich ist ein "gutes" Mikrofon dafür nicht verkehrt, doch in 95% der Fälle übersehen wir eine andere, sehr wichtige - wenn nicht sogar DIE wichtigste - Komponente in unserer Aufnahmekette: den Raum, in dem wir aufnehmen. Denn egal, mit welchem Mikro wir aufnehmen, der Raum ist IMMER mit drauf. Bei Verwendung eines dynamischen SM58 natürlich weniger, als wenn wir mit einem empfindlichen Kondensatormikro aufnehmen, dennoch können wir den Raum niemals eliminieren.

Und die meisten von uns produzieren (ihre) Musik in Räumlichkeiten, die ursprünglich nicht als Tonstudio geplant und gebaut wurden. Die Räume sind weder akustisch optimiert, noch klingen sie schön.

Man will sie also eigentlich nicht auf der Aufnahme haben...

 

Teure Mikrofone der z.B. oben genannten Marke zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie sehr empfindlich sind. Deshalb nehmen sie Instrumente und Vocals so detailgetreu auf - aber auch umso mehr Raum. Insofern kann es sogar fast kontraproduktiv sein, sich ein gutes Mikrofon und/oder einen guten Preamp  zu kaufen, OHNE den Raum vorher akustisch zu behandeln. Als sich ein Freund von mir vor ein paar Jahren seinen ersten Universal Audio Preamp gekauft hatte, kommentierte er es folgendermaßen: "Ich habe ein Problem - ich höre auf meinen Aufnahmen jetzt die Kaffeemaschine aus der Küche!"

 

Deshalb empfehle ich allen ambitionierten Produzenten, für die 1.000€ viel Geld sind:

Bevor Ihr Euch ein Mikrofon für 1.000€ kauft, kauft Euch ein Mikro für 400€ und investiert die restlichen 600€ in die akustische Optimierung Eures Aufnahmeraumes. Es gibt z.B. von Røde oder Audio Technica genug Mikrofon-Modelle in dieser Preisklasse, die sich bei nah mikrofonierten Aufnahme kaum bis gar nicht von teureren Mikros unterscheiden.

Bei der akustischen Optimierung von Aufnahmeräumen sind Bassfallen, Breitband-Absorber und ggf. Diffuseren die richtigen Werkzeuge, um einen ausgewogenen Raumklang zu formen. Bitte keinen Noppenschaumstoff verwenden... Mehr Infos zu Raumakustik findet Ihr bei GIK Acoustics, einem Hersteller von Akustikmodulen und Diffusoren mit einem hervorragenden Preis-/Leistungsverhältnis.

 

Falls es Euch aktuell nicht möglich ist, Euren Raum akustisch noch mehr zu optimieren, ist das Shure SM7B DER Tipp für ein Gesangmikrofon. Das SM7B ist ein dynamisches Großmembranmikro, das a) nicht so empfindlich ist wie ein Kondensatormikro aber b) trotzdem sehr detailliert aufnimmt.

 

Wie seht Ihr das? Wenn Ihr Fragen dazu habt, meldet Euch!


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